Die Megaklinik
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"Gelohnt hat sich der Kraftakt. Der Film ist ein ungeschminktes Klinikportrait, das es in dieser Form noch nicht gab.
Hans A. Guttner dokumentiert den Krankenhausalltag fernab ausgetretener TV-Pfade...Ein Kontrast zu Schwester Stefanie & Co, aber auch zum gängigen Reportageformat der Privatsender." (Nürnberger Nachrichten)     

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ONE WORLD FILMFESTIVAL BERLIN 2006

zeigt am 16.11, 17.11. und 20.11.2006  im Kleisthaus (Maurerstr. 53)

DIE MEGAKLINIK
Dokumentarfilm von Hans Andreas Guttner (90 Min)

Zur Information eine
INTERNET-REZENSION vom 21.8.2006

Die meisten Filme, die einem im Fernsehen als “Doku” verkauft werden, sind
pure Zuschauerverdummung. Schwester schiebt Patient in den Schockraum;
O-Ton: “Ich bring’ ihn in den Schockraum”. Off: “Schwester Aileen bringt das
Unfallopfer zunächst in den Schockraum”.
Weil ich nicht nur eine Abneigung gegenüber geschwätzigen Dokus habe,
sondern auch Krankenhäuser nicht leiden kann, hätte ich nie gedacht, daß ich
ausgerechnet eine Krankenhausdoku mal lieben würde, aber diese hats mir
wirklich angetan:

Die Megaklinik

zeigt 90 Minuten Alltag in einem riesigen Nürnberger Klinikum. Keine
Sensationslüsternheit, keine off-Kommentare. Nur unaufgeregte, dezente
Bilder, und doch geschickt so komponiert mit wenigen O-Tönen, daß dem
Zuschauer das Geschehen klar wird. Sowohl eher triviale Dinge wie der
Arbeitsablauf in der Wäscherei als auch die Tätigkeit des Pathologen bei der
Gewebeanalyse oder die Ärzte-Besprechung vor den CT-Bildern einer
Tumorpatientin werden sehr verständlich vermittelt.
Stellenweise vermitteln die Bilder sogar eine gleichmütig-meditative
Ästhetik, beispielsweise im Hochregallager der schon erwähnten Wäscherei
oder bei Aufnahmen von Fahrten im unterirdischen Tunnelsystem zwischen den
Gebäuden. Mehr als nur eine Doku, Filmkunst!

Lief neulich auf 3sat. Wird bestimmt wiederholt - unbedingt anschauen!

d’ohne pointe :)

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BR-ONLINE | Das Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks

Die Megaklinik - Alltag im Klinikum Nürnberg [Dokumentarfilm | Sendetermin: So., 14.11.2004, 22.40 Uhr, BFS]

Besser als "Emergency Room": Der Dokumentarfilm, nach amerikanischem Vorbild entstanden,
ist das realistische Porträt eines modernen Großklinikums.
Die Megaklinik - Alltag im Klinikum Nürnberg © PR Das Klinikum Nürnberg ist das größte kommunale Krankenhaus Europas, mit fast 6000 Mitarbeitern. Der Film zeigt, wie dieser Mikrokosmos funktioniert, was die Maschinierie äußerlich wie innerlich am Laufen hält. Es beginnt unspektakulär mit Verrichtungen, wie sie fast jeder kennt: Patientenbefragung, Blutabnahme, Visite.

Die Konzentration der Dreharbeiten bezog sich auf eine Klinik - der Urologischen - , von der sind wir ausgegangen und immer wieder zurückgekehrt. Allmählich erschließt sich eine Institution, deren immense Infrastrukturen nach außen nicht sichtbar sind: Europas größte Krankenhauswäscherei, ein riesiges Warenlager, ein Labyrinth von kilometerlangen Versorgungsfluren im Untergrund. Eine schier endlose Reihe von Operationssälen, in denen gleichzeitig operiert wird.

Originaltitel:
Die Megaklinik (D, 2004)
Regie: Hans Andreas
Länge: 87 Min. 16:9 Stereo

Ein Großkrankenhaus wie das Klinikum Nürnberg ist nicht einfach nur ein großes Krankenhaus, es stellt in der Zusammenfassung vielfältiger technischer, betriebswirtschaftlicher und medizinischer Aufgaben eine neue Form der Organisation der Medizin dar. Ein synergetisches System, in dem Mensch und Technologie in vielfältiger Weise ineinander übergreifen.

Der Film "Die Megaklinik" betritt in Deutschland Neuland. Er knüpft an eine internationale dokumentarische Tradition an, wie sie z.B. Frederick Wiseman in den USA repräsentiert. Es sind dies Filme, die versuchen, gesellschaftliche Institutionen transparent zu machen, die in ihren Dimensionen für die Einzelnen nicht überschaubar sind.

© Bayerischer Rundfunk

Klinikum Nürnberg wird Filmstar

Das Klinikum Nürnberg spielt die Hauptrolle in einem 90-minütigen Dokumentarfilm. Drei Wochen lang hat ein Team des Dokumentarfilm-Regisseurs Hans A. Guttner aus München vor Ort gedreht. Im Zentrum stand dabei die Klinik für Urologie, insbesondere die Station 22/III links im Dr. Hans Birkner-Haus. "Es war interessant, mit welchem Aufwand und mit welcher Geduld gedreht wird", berichtet Oberarzt Dr. Reimund Walther.

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Dass die Kamera dem Team der Urologie auf Schritt und Tritt gefolgt ist, empfand er "weder als störend, noch als belastend". Stationsleitung Gerhard Boscher fand die permanente Anwesenheit des vierköpfigen Filmteams im Stationsalltag anfangs "sehr gewöhnungsbedürftig". "Sie waren immer herumgestanden, waren überall dabei, aber sie haben sehr viel Rücksicht genommen."

Ob im Operationssaal, wo vier Stunden lang die Entfernung einer Niere gefilmt wurde,

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bei der Visite auf der Station,

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in der Pathologie, in der Radiologie, im Institut für Klinische Chemie oder in Apotheke, Technik, Wäscherei oder Küche - Regisseur Guttner filmte nur mit der vorherigen Einwilligung der ins Bild gesetzten Patienten und Mitarbeiter.

waschfrauenDer Dokumentarfilmer interessierte sich für die Vernetzung der unterschiedlichsten Bereiche im Klinikum. Er wollte "das Funktionieren einer modernen Institution filmisch erzählen" und das Klinikum als System darstellen, "in dem Mensch und Technologie in vielfältiger Weise ineinander greifen". An der x-ten Neuauflage einer Ärzte-Schwestern-Patienten-Schmonzette hatte der Dokumentarfilmer kein Interesse. Stattdessen filmte er den Weg einer während der Operation entnommenen Gewebeprobe per Rohrpost in die Pathologie und wie von dort telefonisch der Befund direkt in den OP weitergegeben wurde oder verfolgte den Schweinebraten aus der Küche, bis er direkt auf dem Teller des Patienten landet.
Nach Durchsicht der insgesamt 24 Stunden Material zeigte sich Guttner, der sich mit seinen zahlreichen Kino-und Fernsehdokumentarfilmen seit Mitte der 70er Jahre in diesem Genre weit über Deutschland hinaus einen Namen gemacht hat, sehr zufrieden. "Wir haben solch intensive Gespräche, solch großartige poetische Momente ins Bild gesetzt, dass ich oft gar nicht weiß, wie ich schneiden und was ich weglassen soll." Am meisten beein druckt hat ihn, "dass im Klinikum alles wie am Schnürchen klappt und ein Rädchen in das andere greift".

Seinen Hauptdarsteller, den 82-jährigen Urologiepatienten Günter Vorwerk, hat Guttner durch Zufall entdeckt. "Ich suche nicht, ich finde", bemüht er dazu ein Motto von Pablo Picasso. Sein vierköpfiges Filmteam begleitete den ehemaligen Anlagenbautechniker, der wegen einer akuten Harnröhrenverstopfung ins Klinikum eingewiesen worden war, von der Aufnahme bis zur Entlassung - immer nach dem Motto "nicht voyeuristisch, sondern realistisch", so Guttner.
Der Patient kann das bestätigen: "Das Filmteam war sehr einfühlsam und sehr nett." Dass er dabei bei Untersuchung und Visite gefilmt wurde, war für Vorwerk kein Problem. "Ich habe in meinem Leben so viel mitgemacht, ich war beruflich in der ganzen Welt, da stört mich doch eine Kamera nicht." Für ihn sei es im Gegenteil eine "interessante neue Erfahrung" gewesen. Vorwerk ist nun sehr gespannt auf den Film - und nicht nur er: "Meine Tochter in Berlin und meine Schwester in Hamburg fiebern schon auf die Ausstrahlung hin."
Die soll voraussichtlich im Juni sein. Guttner produzierte den Film für die Redaktion "Film und Teleclub" des Bayerischen Rundfunks. In Nürnberg drehte er nicht zum ersten Mal: 1981 und 1995 produzierte er hier die preisgekrönten Dokumentarfilme "Familie Villano kehrt nicht zurück" und "Kreuz und quer". "Mit den Franken komme ich einfach gut zurecht", sagt der Münchner.
Quelle: Klinikum Nürnberg - Online Zeitung 2/2004:
http://www.klinikum-nuernberg.de/zeitung/2_2004/filmstar.html

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